Radsportbezirk Westfalen-Mitte

Franzi Koch rockt in die Weltelite: Platz 5 bei der MTB Weltmeisterschaft

Platz fünf bei der Mountainbike WM im australischen Cairns, eine würdige Platzierung der Deutschen Meisterin Franzi Koch vom RSV Unna bei ihrer ersten WM-Teilnahme.

„Der Bundestrainer war zufrieden mit uns, auch wenn er uns eine Medaille zugetraut hat. Mit Platz 5, 7 und 10 sind wir immerhin alle drei in die Top-Ten gefahren.“

„Ich war schon nervös vor meiner ersten WM. Dann hatte ich noch das Pech, das ich aus der dritten Reihe starten musste. Ich wusste also, dass ich am Anfang viel investieren musste, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren“, so Franzi nach dem Rennen. Doch es kam noch schlimmer. „Beim Start ist die vor mir gestartete Französin einer anderen Fahrerin ins Rad gefahren und wir sind gestrauchelt. Am Ende war ich dann die Letzte, die am Start los kam. Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen. Ich musste von Beginn an unheimlich viel investieren, um nach vorne zu kommen. Ruhephasen gab es für mich nicht. Die Strecke mit langen Single-Trail Passagen hat es dann noch schwerer gemacht zu überholen.“

Franzi konnte sich aber immer weiter nach vorne arbeiten. Zur Rennhälfte fuhr sie mit der Schweizerin Grod auf Platz drei. In der letzten Runde konnte dann noch die Italienerin Tovo aufschließen. „Im letzten Anstieg bin ich von vorne gefahren. Ich habe gemerkt, dass meine Beine immer schwerer wurden. Die lange Aufholjagd war dann zum Rennende doch zu viel für mich“, so Franzi, nachdem sie sich irgendwann erholt hatte. Kurz vor Ende des Anstiegs ging Grod an ihr vorbei. Gleiches gelang im Downhill dann auch der Italienerin Tovo. Trotz aller Gegenwehr gelang es Franzi nicht mehr, etwas entgegen zu setzen. Sie spurtete als beste Deutsche auf den fünften Platz.

Im Ziel war sie dann lange erst einmal nicht ansprechbar. „Ich war einfach völlig platt und musste mich hinlegen. Mir wurde warm und dann wieder kalt, dazu fast permanent ein Schwindelgefühl. Nachdem wir dann später etwas gegessen hatten wurde es langsam besser. Gerettet haben mich dann später ein paar Kekse, die ich von den Eltern meiner Zimmerkollegin Ronja Eibel bekommen habe“, so eine gelöste Franzi, die den Stolz auf ihre Leistung nicht verbergen konnte. Sie hatte allen Grund dazu, war sie an Zeiten gemessen lange Zeit mindesten gleich schnell wie die Spitze. Wie bei den Europameisterschaften siegte auch hier die Österreicherin Stigger vor der Französin Lecomte und der noch in der letzten Runde mit Franzi fahrenden Schweizerin Grod.

 

Franzi mit guter Leistung im Team-Relay

Tags zuvor durfte sie bereits im sogenannten Team-Relay starten. In diesem Staffelrennen, bestehend aus drei Männern und zwei Frauen aller Altersklassen, verkaufte sich die jüngste Starterin im Feld hervorragend. Die 17-jährige verlor gegen die Italienerin Martina Berta, U23-Weltcup-Fünfte von Val di Sole, nur sieben Sekunden. „Ich glaube, ich habe aus der EM gelernt“, meinte Koch. „Es ging ganz gut, bergrunter habe ich die Linien gut getroffen.“ Nach Startproblemen des späteren WM-Dritten der U23, Max Brandl, erreichte das deutsche Nationalteam einen guten 7. Platz.

Es war schon ein schönes Gefühl aus der kühlen und verregneten Heimat ins heiße Australien zu kommen. Wir haben hier 35 Grad. Entsprechend trocken sind die Strecken, voll staubigem Sand oder bis zu 10cm tiefe Sandwüsten. Es lässt sich aber insgesamt prima fahren.

Die Unterbringung ist auch klasse. Wir sind hier in 2er Appartements untergebracht. Das Essen unseres eigenen Kochs ist super. Wenn es jetzt nach all den Anstrengungen noch klappt einen Tag in den Klippen zu verbringen, bin ich super glücklich.

Bereits in Australien hat Franzi wieder mit dem Straßentraining begonnen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr geht es, gemeinsam mit Tony Martin, John Degenkolb und Charlotte Becker zur Straßen-WM nach Australien. Dort startet Franzi als Deutsche Meisterin am 22.09.2017 im Straßenrennen.

 

 

 

 

 

 

Text und Foto: RSV Unna

 

 

 

 

 

Samstag, 16. Dezember 2017